Psychologen der TU Dresden haben ein internetbasiertes Selbsthilfe-Programm für werdende Mütter zur Förderung des Wohlbefindens im Zeitraum rund um die Geburt und im ersten Jahr danach entwickelt – PandaMom kann beim glücklich sein helfen!

Es ist die Zeit des großen Glücks: Nach über neun Monaten des Wartens, Hoffens und manchmal auch Bangens liegt das neue Familienmitglied zufrieden schlafend im neu eingerichteten Kinderzimmer. Die frisch gebackenen Eltern sind stolz und überglücklich. So sollte es sein – manchmal sind es aber die frisch zu erlernenden Alltagssituationen und der ein oder andere Zweifel, die die Erwachsenen an sich und ihrem Kind zweifeln lassen.

Oft gehen vor allem Müttern kurz nach der Geburt Gedanken des Zweifelns, der Unzufriedenheit, der Angst und Sorgen durch den Kopf. Sie setzen sich selbst unter Druck und fühlen sich auch von ihrer Umwelt und der Gesellschaft großen Erwartungen ausgesetzt. Sie fühlen sich sowohl seelisch, als auch körperlich erschöpft.

Doch nicht nur nach der Geburt, auch davor, leiden viele schwangere Frauen unter Beschwerden wie gedrückter Stimmung, Angst, Anspannung und Nervosität. Die Gründe dafür sind vielfältig, professionelle Beratung oder Behandlung suchen sich nur die Wenigsten. Hinzukommt, dass Beratungsstellen vor allem in ländlichen Raum sehr rar sind.

An der Professur für Klinische Psychologie und E-Mental-Health der TU Dresden wurde unter der Leitung der Diplom-Psychologinnen Franziska Hagner und Juliane Schmidt-Hantke nun das anonyme und kostenfreie Online-Selbsthilfeprogramm PandaMom in Zusammenarbeit mit Frauenärzten, Hebammen, Schwangeren und Müttern entwickelt. Es bietet schwangeren Frauen mittels Infotexten, Audios, Übungen und Fallbeispielen Informationen und Unterstützung, wie sie ihr emotionales und körperliches Wohlbefinden in der Schwangerschaft und nach der Geburt erhalten und gegebenenfalls auch verbessern können. Das Programm ist über das Internet erreichbar und steht so allen interessierten Frauen zu jeder Tageszeit und unabhängig vom Wohnort zur Verfügung.

„Das Ziel von PandaMom ist es, den Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel gezielt Ängste und Sorgen zu nehmen. Wir klären darin über die körperlichen, emotionalen und sozialen Veränderungen auf, mit denen in der Zeit vor und nach der Entbindung zu rechnen ist. Dass werdende Mütter besorgt und unsicher sind, ist vollkommen normal. Wir möchten zeigen, wie man mit den Herausforderungen umgehen kann“, erläutert Franziska Hagner.

Das Programm beinhaltet sechs Haupt- und vier Zusatzmodule, aus denen die Teilnehmerinnen frei wählen können. Die Inhalte beziehen sich auf Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, darunter beispielsweise Herausforderungen während der Schwangerschaft, Veränderungen in der Partnerschaft, Mutter-Kind-Bindung und psychische Erkrankungen im Wochenbett. Zudem wird auf weitere Unterstützungsmöglichkeiten hingewiesen.

Nach jedem Modul erhalten die Nutzerinnen individuelles Feedback von einer Psychologin aus dem Studienteam. Außerdem haben die Frauen die Möglichkeit, sich im PandaMom-Forum anonym mit anderen Teilnehmerinnen auszutauschen.

Teilnahmebedingungen

PandaMom ist aktuell das einzige deutschsprachige Online-Selbsthilfe-Programm zu diesem Thema. Teilnehmen können volljährige, schwangere Frauen im 3. Trimester (ab der 27. Schwangerschaftswoche). Sie sollten fließend Deutsch sprechen und einen PC mit Internetzugang oder Zugang zu einem Smartphone/Tablet mit App-Nutzung haben. Frauen, die aktuell an einer psychotischen Erkrankung (Schizophrenie) oder Suchterkrankung leiden, können leider nicht teilnehmen.

Die Anmeldung ist möglich unter: https://tu-dresden.de/mn/psychologie/ikpp/e-mental-health/forschung/pandamom

 

Quelle: www.biermann-medizin.de